Sonderpostamt und ein Hausorchester im IOC-Hotel

Das Internationale Olympische Komitee vergibt am 21. Juni 1947 auf seiner 40. Session in Stockholm die VI. Olympischen Winterspiele 1952 an Oslo. Damit richtet erstmals die Hauptstadt eines Landes das weiße Olympia aus. Das IOC, das damals noch ausschließlich aus Männern besteht, lässt sich bei den Spielen vom 15. bis 25. Februar im ,,Hotell Viking“ nieder. Dem Komitee gehören nicht wenige Barone, Lords und Prinzen an und neben IOC-Präsident Sigfrid Edström aus Schweden auch dessen zwei unmittelbaren Nachfolger: Avery Brundage (USA) beerbt den Skandinavier schon wenige Monate später auf der IOC-Vollversammlung aus Anlass der Olympischen Sommerspiele 1952 in Helsinki und bleibt 20 Jahre im Amt. Der irische Lord Michael Killanin übernimmt 1972 von dem Amerikaner die Präsidentschaft für die nächsten acht Jahre.
Das Hotel Viking wird eigens für die Winterspiele errichtet und von der Stadt Oslo finanziert. Baubeginn ist 1950, die Eröffnung des zu dieser Zeit größten Hotels Skandinaviens erfolgt am 10. Dezember 1951. Direktor Harald Grieg Martens kann seinen hohen Olympia-Gästen einiges bieten. Ase Wentzel sorgt mit ihrem ständigen Hausorchester Spotlights für Unterhaltung. Dem IOC steht im Hotel außerdem ein Sonderpostamt zur Verfügung. Von dort wird dieser R-Brief nach Schweden mit der norwegischen Olympiaserie von drei Marken und einer Sondervignette am Abschlusstag der Spiele verschickt. Als Aufgabeort wird ,,Hotell Viking“ in violetter Farbe in den Einschreibezettel gestempelt.
Ein Dreivierteljahr vor den Winterspielen müht sich das IOC um einen Kompromiss, der einer deutschen Mannschaft die Teilnahme in Oslo ermöglichen soll. Dem Komitee liegen inzwischen Aufnahmeanträge der Bundesrepublik und der DDR vor. Mit dem Saarland existiert damals noch ein dritter deutscher Staat. Die 46. IOC-Session im Mai 1951 in Wien empfiehlt, ein gemeinsames Team zu bilden. Die politische Führung der DDR lehnt das jedoch ab. Somit beschränkt sich die erstmalige Teilnahme der Deutschen an Olympischen Spielen nach dem Zweiten Weltkrieg auf eine Mannschaft der Bundesrepublik, die mit Anderl Ostler als Pilot des Zweier- und Viererbobs sowie dem Eiskunstlaufpaar Paul und Ria Falk-Baran zu drei Olympiasiegen kommt.
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