Japanische Reederei auf Olympia-Kurs

Mit Tokio und Helsinki sind nur noch zwei der ursprünglich acht Kandidaten vertreten, als am 31. Juli 1936 auf der IOC-Session in Berlin die Olympischen Sommerspiele für 1940 zur Vergabe stehen. Die Wahl fällt mit 36:27 Stimmen auf Tokio. Die japanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft Nippon Yusen Kaisha (N.Y.K.) bewirbt die erstmals nach Asien vergebenen Olympischen Spiele ab 1937 auf einem Briefumschlag mit dem diagonal eingedruckten Zweizeiler ,,XII Olympiad Tokyo 1940“. Die Rückseite ist mit dem Firmenlogo N.Y.K versehen.
Der im Sommer 1937 nach sechs Jahren erneut aufgeflammte Krieg zwischen Japan und China verändert die Situation grundlegend. Tokio hält zunächst daran fest, die Spiele auszurichten, gibt sie aber schließlich am 14. Juli 1938 zurück. Die noch übrig gebliebenen Werbeumschläge der Reederei N.Y.K. werden aber weiter verwendet. Der abgebildete Brief nach Hannover zeugt davon, denn die japanische Briefmarke wird mit dem Seepoststempel Kobe am 26.7.1938 entwertet, zusätzlich der Kastenstempel Paquebot als Hinweis auf die Schiffsbeförderung.
Die letzte bekannte Verwendung des Werbeumschlages stammt vom 16. August 1940 – die Olympischen Spiele in Tokio sind bereits seit über zwei Jahre abgesagt. Einige N.Y.K.-Briefe tragen nach Oktober 1938 der Realität Rechnung, indem der Zudruck ,,XII Olympiad Tokyo 1940“ mit vier parallelen Linien durchgestrichen wird.
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