Das Unikat aus Zehlendorf

Freistempel gibt es in Deutschland seit 1920. International werden sie im selben Jahr zur Freimachung von Postsendungen zugelassen, wobei sie nach den Bestimmungen des Weltpostvertrags eine rote Farbe aufzuweisen haben. Zu den Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen (Winter) und Berlin (Sommer) tauchen die Stempel, die von Behörden und Privatunternehmen verwendet werden, erstmals in der olympischen Philatelie auf. Die Anker-Werke AG in Bielefeld, ein bekannter deutscher Produzent von Buchungs- und Nähmaschinen, Registrierkassen, Fahrrädern und Kleinmotorrädern, stellen im Februar 1935 die ersten Olympia-Absenderfreistempel vor.
Bei dem Probeabschlag vom ,,Francotyp“-Entwurf der Anker-Freistempel mit der Angabe 15 Pfennig im Bogenrechteck-Wertrahmen handelt es sich um ein Unikat. Es ist die Vorlage eines dreieiligen Mittelklischees mit Zählnummer und dem Text BERLIN- / STADT DER / OLYMPIADE 1936. Verwendet wird der Ortsstempel BERLIN-ZEHLENDORF 1 vom 15.12.1933. Auf die sonst übliche Absenderangabe im Mittelteil verzichtet diese Probe. Seitlich steht ein handschriftlicher Vermerk mit den Herstellungskosten. Der Entwurf wird vermerkt unter F. No. A 559 b (2), Anker-Werke A.- G., Bielefeld, den 2.2.35, signiert mit den Buchstaben AF. Ein Klischee in dieser dreizeiligen Form mit diesen Schrifttypen wird für den späteren Gebrauch verworfen. Der Einsatz ,,Berlin – Stadt der Olympiade 1936“ kommt nur auf offiziellen Postsendungen vor. Es sind etwa 70 verschiedene Freistempel mit Werbung für die Spiele in Berlin bekannt, jedoch keiner vom Bezirksamt Zehlendorf.
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