103 Entwürfe, aber keine Marken

Als Tokio am 14. Juli 1938 seinen Verzicht auf die Olympischen Spiele 1940 erklärt, ist Helsinki sofort zu Stelle. Die Hauptstadt Finnlands, die sich neben Tokio für diese Spiele bewirbt, aber bei der Wahl den Kürzeren zieht, geht nach der Zustimmung des IOC unverzüglich an die Vorbereitung. Am 18. August 1938 gründet sich das Organisationskomitee.
Die Stadt Helsinki ruft zu einem Wettbewerb auf, Entwürfe für olympische Briefmarken einzureichen. Stattliche 103 Essays liegen zur Bewertung vor. Eine Jury spricht Gustaf A. Jysky (1893-1966) für eine Marke mit dem Motiv eines Diskuswerfers den mit 5 000 Finnmark dotierten ersten Preis zu. Die namhafte Markenentwerferin Signe Hammarsten-Jansson wird von den Juroren aus dem Rathaus auf den vierten Platz gesetzt. Sie hat sieben Essays eingereicht.
Das letzte Wort beansprucht die finnische Postverwaltung, die mit Signe Hammarsten-Jansson schon lange kooperiert, deren Entwürfe favorisiert und davon Abzüge erstellen lässt - als Einzelstücke, Paare und Viererblocks. Anschließend werden Probedrucke mit sämtlichen sieben Essays in Blockform gefertigt. Sie liegen in den Farben blau, braun – wie der abgebildete –, schwarz und violett mit den Maßen 17,1 x 13,1 Zentimeter vor. Darunter befindet sich auch die Abbildung eines Segelflugzeugs, denn erstmals soll nach IOC-Entscheid das Segelfliegen in Helsinki olympischer Wettkampf werden. Doch es kommt 1940 nicht zur Ausgabe von Olympia-Marken.
Der ,,Winterkrieg“ zwischen Finnland und der Sowjetunion ab Ende November 1939 und der Fortgang des Zweiten Weltkrieges mit dem Überfall Deutschlands auf Skandinavien lassen keine Olympischen Spiele zu. Am 23. April 1940 erklärt Finnland seinen Verzicht, vom IOC kommt am 2. Mai 1940 die offizielle Absage.
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