Vom Schlachtfeld in die olympische Arena Antwerpens

,,Sport und Spiel können ein völliger und echter Ersatz für Krieg und Mord sein.“ – Albert Schweitzer

Von Rüdiger Fritz

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 tauschte Pierre de Coubertin die Soldatenuniform der französischen Armee wieder gegen seine perfekt sitzenden Anzüge ein. Der Baron schlüpfte kurz nach Friedensbeginn auch in eine andere gewohnte Rolle. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hatte in den Kriegsjahren das Amt ruhen lassen und es ab dem 1. Januar 1916 vorübergehend in die Hände seines Schweizer Freundes Baron Godefroy de Blonay gelegt.

Als am 11. November 1918 der Kriegslärm verstummte, Deutschland und Frankreich in Compiègne den Waffenstillstand schlossen, war die schreckliche Bilanz der Schlachten noch nicht abzusehen. Zehn Millionen Menschen verloren ihr Leben. Die Zahl der Verwundeten und Verkrüppelten betrug das Doppelte, ungezählt die Verhungerten. Im kriegerischsten Inferno, das die Geschichte der Menschheit bis dahin kannte, wurden Städte dem Erdboden gleichgemacht und ganze Landstriche verwüstet. Die materiellen Schäden beliefen sich auf gigantische, geschätzte 950 Milliarden bis 1,3 Billionen Mark.

 

Viele Athleten verloren im Ersten Weltkrieg ihr Leben

Es gibt keine vollständige Übersicht, wie viele frühere Olympia-Teilnehmer im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Gewiss ist, dass über 150 Athleten aus 16 Ländern, die bei den Spielen zwischen 1896 und 1912 starteten, zu den Opfern gehörten, darunter zahlreiche Medaillengewinner. Den Soldatentod starb der Leichtathlet Jean Bouin aus Frankreich. 1912 in Stockholm hatte er sich im Rennen über 5000 Meter mit dem Finnen Hannes Kolehmainen einen spannenden Zweikampf geliefert und wurde nur knapp bezwungen . Bouin fiel am 29. September 1914 in der Nähe von Verdun. Er wurde nur 26 Jahre alt.

Der deutsche Weltklasse-Läufer Hanns Braun kehrte ebenfalls nicht aus dem Krieg heim. Der Olympiadritte von 1908 in London im 800-Meter-Lauf und Zweite in der Olympischen Staffel gewann 1912 die Silbermedaille über 400 Meter. Im 1. Weltkrieg kam er als Fluglehrer im Bayrischen Luftwaffenkorps zum Einsatz. Im Alter von 32 Jahren verunglückte Braun am 9. November 1918 bei Cambrai in Flandern tödlich, als sein Flugzeug mit einer anderen deutschen Maschine in der Luft zusammenstieß.

Der britische Leichtathlet Brite Henry Maitland Macintosh, Olympiasieger von 1912 mit der Sprintstaffel über 4×100 Meter, fiel 1918. Dasselbe Schicksal wiederfuhr dem deutsche Reiter Prinz Friedrich Karl von Preußen, Bronzemedaillengewinner mit dem Springreiterteam, der 1917 seinen Kriegsverletzungen erlag. Als Flieger überlebte er einen Abschuss. Gefallen ist der Prinz mit 24 Jahren als Rittmeister. Eduard von Lütcken, ebenfalls ein Reiter aus Deutschland und 1912 Silbermedaillengewinner im Military-Team, verlor am 16. September 1914 in der ersten Marne-Schlacht sein Leben. Das deutsche IOC-Mitglied Freiherr Karl von Venningen-Ullner von Diepurg aus Baden-Baden war als preußischer Kavallerieoffizier im Oktober 1914 in Lothringen gefallen.

Nach dem Kriegsausbruch 1914 hatte sich Coubertin als Freiwilliger zur französischen Armee gemeldet. Der damals 51-jahrige hatte nie gedient und wurde für den Kriegsdienst als zu alt eingestuft. Er wurde von Bildungsminister Albert-Pierre als Propagandaredner angestellt mit dem Auftrag, quer durch das Land zu reisen und Vorträge an Schulen zu halten, um bei der Jugend patriotische Gefühle zu wecken. Der weitgereiste Coubertin leistete auch Dolmetscher-Dienste. 1915 verlegte er den IOC nach Lausanne in die neutrale Schweiz.

An den Fronten tobten noch die Kämpfe, da dachte Coubertin schon daran, wie es nach dem Ausfall der 1916 in Berlin vorgesehenen Spiele mit der Olympischen Bewegung weitergehen soll. Antwerpen hatte sich neben Budapest auf der IOC-Session 1914 für die Olympischen Spiele 1920 beworben. Konnte diese Kandidatur auf Grund der gewaltigen Schäden überhaupt noch aufrechterhalten werden?

 

Frankreichs Postverwaltung gedachte Jean Bouin mit einer Briefmarke.

Belgier machen das Beste aus der Situation

Coubertin aktivierte gleich nach Friedensbeginn das IOC nach vier Jahren unfreiwilliger Pause. Man traf sich im April 1919 in Lausanne und beging das 25-jährige Bestehen des Komitees. Die Mitglieder aus Deutschland und Österreich waren nicht eingeladen worden. Klarheit  musste geschaffen werden, an welche Stadt die Spiele 1920 gehen sollten. Obwohl Belgien mit am meisten unter dem Krieg litt, signalisierte Antwerpen erneut seine Bereitschaft. Dennoch kein leichtes  Unterfangen, da auch Amsterdam und London Ansprüche anmeldeten. Um seinen Favoriten Antwerpen durchzusetzen, nutzte der IOC-Präsident sein taktisches Geschick. Er bemühte das ,,Gewissen der Welt“ für eine Entscheidung zu Gunsten des belgischen Bewerbers. ,,Wenn es in einem derartigen Augenblick eine Geste gab, die sich aufdrängte, so war es gewiss jene, die wir durch die Wahl Antwerpens zum Sitz der VII. Olympiade ausdrücken wollten“, schrieb er in seinen ,,Olympischen Erinnerungen“. So kam es, wie es kommen sollte: Am 5. April 1919 erhielt Antwerpen vom IOC den Zuschlag für die Spiele der VII. Olympiade.

Die deutschen Truppen waren 1914 nach Belgien einmarschiert und missachteten damit die vereinbarte Neutralität. Antwerpen wurde besetzt. Dass Deutschland nicht an Olympischen Spielen in dieser Stadt teilnehmen durfte, war nur allzu verständlich. Das seinem Statut nach neutrale IOC überließ es dem Gastgeber, die Deutschen nicht einzuladen. Das betraf auch Bulgarien, Österreich, Ungarn und die Türkei wegen ihrer Rolle im Ersten Weltkrieg.

Die Belgier, die mit am meisten unter dem Krieg zu leiden hatten, machten das Beste aus der Situation, trotz der Verwüstungen im Land, der Flüchtlingsströme, der darnieder liegenden Wirtschaft, rationierter Lebensmittel sowie fehlender Hotels und anderer Unterkünfte für die Olympia-Mannschaften. Dass die Spiele überhaupt durchgeführt werden konnten, war schon bemerkenswert.

Andere Länder griffen Antwerpen unter die Arme. Das Amerikanische Expeditionskorps stellte Ausrüstungsgegenstände wie Feldbetten, Decken und Geschirr zur Verfügung. Einige teilnehmende Mannschaften halfen sich selbst. Sie wohnten auf dem Schiff wie die Niederländer und brachten sich ihre Lebensmittel mit wie die Briten, Franzosen, Italiener und Schweden.

Etliche Olympia-Teilnehmer waren schon 1919 in Paris bei den Interalliierten Spielen unter Leitung des amerikanischen Generals John J. Pershing vertreten, der die in Frankreich stationierten US-Expeditionsstreitkräfte befehligte. Da Soldaten der Streitkräfte Polens und der Tschechoslowakei zu den Spielen eingeladen wurden, kam es in Paris gewissermaßen zum sportlichen Probelauf für Antwerpen.

Gewöhnlich übt das Organisationskomitee in der Stadt der Olympischen Spiele seine Tätigkeit aus. 1920 bildete eine Ausnahme. Das belgische Organisationskomitee unter Vorsitz von Graf Henri de Baillet-Latour hatte zunächst seinen Sitz nicht im schwer von deutschen Bomben und Granaten gezeichneten Antwerpen, sondern in Brüssel in der Rue Guimard 14. Die Dienstpost des Komitees offenbarte die ungewöhnliche Situation. Hauptsächlich Mitarbeiter des Königlichen Belgischen Fußball-Verbandes, dessen Sitz sich in Brüssel befand, standen zur Verfügung.

Erst im Juli 1920 – zwei Monate nach Beginn der Wettkämpfe, die sich bis zum September erstreckten – zog das Organisationskomitee nach Antwerpen um. Räumlichkeiten gab es kaum, das Komitee musste improvisieren. Es bezog Räume im Olympiastadion und im Bankhaus Bunge. Zeit und Geld waren offenbar zu knapp, um erst noch Briefumschläge mit einer neuen Anschrift drucken zu lassen. Die Brüsseler Adresse wurde beibehalten. Aber man behalf sich mit einem Nebenstempel, der auf das Stadion Antwerpen samt Telefonnummer als Adresse für die Korrespondenz hinwies. Sehr wenig Post mit diesem Stempel ist erhalten geblieben.

 

Olympischer Maschinen-Werbestempel Brüssel in französischer und flämischer Sprache auf offiziellem Briefumschlag des belgischen Organisationskomitees nach Prag an das Nationale Olympische Komitee der Tschechoslowakei mit korrekter Auslandsfrankatur von 25 Centimes. Der Poststempel mit diesem Werbeeinsatz wurde auch in Antwerpen, Charleroi, Gent und Lüttich eingesetzt.

Marke aus San Marino von 1959 mit dem Bildnis von Graf Henri de Baillet-Latour und dessen Unterschrift. Der Belgier wurde 1925 der Nachfolger Coubertins als IOC-Präsident und amtierte bis zu seinem Tod im Jahr 1942. Er gehörte dem IOC seit 1903 an.

Ortsbrief des Organisationskomitees aus Antwerpen mit dem Olympia-Handsonderstempel vom 26. August 1920 an Josef Rössler-Orovsky, den Chef de Mission der tschechoslowaki-schen Mannschaft. Der Chef de Mission bei Olympischen Spielen wurde 1920 eingeführt.

Verbindung von Antike und Moderne

Die Spiele der VII. Olympiade zogen sich über den langen Zeitraum von fast fünf Monaten hin, unterbrochen von einigen Pausen. Sie begannen mit einer Wintersportwoche vom 20. bis 30. April 1920. Es schlossen sich Segeln und die Wettbewerbe im  Schießen im Juni und Juli an. Weiter ging es dann nach der offiziellen Eröffnungsfeier am 14. August 1920 mit einer Stadion- und Spielwoche. Der Abschluss war vom 6. bis 12. September den Reiter-Wettkämpfen vorbehalten. Die offizielle Eröffnung durch König Albert I. erfolgte am 14. August 1920.

Das offizielle Plakat beschränkte sich bei der Zeitangabe der Spiele auf die Monate August und September 1920. Entworfen wurde das Emblem von dem belgischen Zeichner Walter van der Ven (1884-1923). Kaum erwähnt wird, dass die Idee für das Logo von Martha van Kuyck (1884-1923) stammte. Zu sehen sind die ineinander verschlungenen Flaggen von an den Olympischen Spielen teilnehmenden Ländern.  Rechts oben steht das Wappen der Stadt Antwerpen. Im Vordergrund wird ein Diskuswerfer abgebildet, der die Verbindung zwischen den Spielen der Antike und der Moderne symbolisiert. Im Hintergrund sind Stadtansichten von Antwerpen erkennbar, darunter der Turm der Kathedrale Notre Dame. Der Druck erfolgte 1920 bei der Firma J. E. Gossens in Brüssel. Die Plakate wurden in 17 Sprachen gefertigt. Hergestellt wurden 90 000 Plakate in der Größe 84 x 60 Zentimeter und 40 000 mit den Maßen 20 x 30 Zentimeter. Es erschienen auch gleich aussehende Vignetten.

Beim offiziellen Programmheft dominierte das Emblem der Spiele auf der Titelseite. Auf dem philatelistisch gefertigten Brief mit Sondermarke und Handsonderstempel wurde eine Vignette mit dem Logo verwendet. Diese existieren in fünf Farben.

Fahne und Eid bereichern olympische Rituale

Antwerpen markierte in verschiedener Hinsicht einen Neuanfang. Erstmals bei Olympischen Spielen wehte im 29 500 Zuschauer fassenden Stade Olympique die Fahne mit den fünf ineinander verschlungenen Ringen. Eine weitere Neuheit war der  Olympische Eid. Beides ging auf Coubertin zurück, der sich viele Jahre damit beschäftigte, die Olympischen Spiele zu verschönern.

Ein einprägsames Markenzeichen suchte er noch, nachdem das Motto der Olympischen Spiele bereits zeitig gefunden war: der zum ersten Mal von Pater Didon, einem Freund Coubertins, gebrauchte Spruch  ,,citius – altius – fortius“ („schneller – höher – stärker“). Der IOC-Präsident wollte nicht im Alleingang über ein Symbol entscheiden und spannte eine Kommission ein, die aus IOC-Mitgliedern bestand. Heraus kam nichts, das dem Franzosen gefiel. Da er beim Olympischen Kongress 1914 in seiner Heimatstadt Paris ein Ergebnis präsentieren wollte, blieb ihm nichts anderes übrig, als selbst Hand anzulegen. Das Resultat ist bekannt wie nur wenige Embleme auf der Welt: die fünf Olympischen Ringe. Coubertin beschrieb, was er mit dem Logo beabsichtigte: ,,Die fünf Ringe blau, gelb, schwarz, grün, rot stehen für die fünf Kontinente der Erde, die im olympischen Geist zu fruchtbarem Wettstreit aufgerufen sind. Darüber hinaus bedeuten die sechs Farben (einschließlich des weißen Grundes) ohne Ausnahme die Nationalfarben der Länder. Gelb und blau für Schweden, blau und weiß für Griechenland, die Trikoloren von Frankreich, England, Amerika, Deutschland, Belgien, Italien und Ungarn, gelb und rot für Spanien, verwandt mit den Schöpfungen für Brasilien oder Australien, Japan und China. Wahrlich ein internationales Emblem.“

Der Ideengeber war gleichzeitig der Finanzier – wie auch in vielen anderen Fällen, wenn es um die Stärkung der Olympischen Bewegung ging. Das sollte maßgeblich zur Armut Coubertins in seinen späten Lebensjahren beitragen. In der Filiale des  Pariser Warenhauses ,,Bon Marché” in der Rue du Bac gab er 500 Olympiafahnen in Auftrag und bezahlte aus eigener Tasche. Am Vorabend des Olympischen Kongresses weht die Flagge in Paris am 14. Juni 1914, genau, wie sich der Herr der Ringe das vorgestellt hatte.

Handgemalter Entwurf für eine Briefmarke 1994 aus Mali zum 100. Gründungstag des IOC, auf der Coubertin als Erfinder der Olympischen Ringe geehrt wurde. Der 1972 geborene französi-sche Künstler Paul Puvilland fertigte die Zeichnung an.

Magische Anziehungskraft der fünf Ringe

Die markante Fahne wurde zum Objekt der Begierde, bevor sie ihren Siegeszug um die Welt antrat. Coubertin gab dem Drängen seines IOC-Kollegen Angelos Ch. Bolonaki nach, eine Flagge  bereits wenige Tage vor dem Olympischen Kongress 1914 in Alexandria bei den Panägyptischen Spielen zeigen zu dürfen. Der in Alexandria lebende Grieche hatte 1910 ein ägyptisches Olympisches Komitee gegründet und wurde im selben Jahr für das nordafrikanische Land ins IOC berufen. 1932 wechselte er von der ägyptischen wieder in die griechische Staatsangehörigkeit und verblieb bis zu seinem Tod 1963 im Internationalen Olympischen Komitee. Damit kam er auf eine Mitgliedschaft von 53 Jahren, die einen Rekord darstellt.

Aus welchen Gründen auch immer, die geliehene Olympiaflagge kehrte nicht wie vorgesehen zurück. Erst 1960, drei Jahre vor seinem Tod, übergab der 1877 geborene Bolonaki dem Olympischen Museum in Lausanne das Exemplar, das er seit 1914 gehütet hatte.

Dass die Fahne eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübte, sollte sich in einem weiteren Fall erweisen. Ein Dreivierteljahrhundert musste vergehen, bis alles ans Licht kam. Der US-Amerikaner Haig ,,Harry“ Prieste, die Hauptperson des Geschehens, hatte in Antwerpen als Wasserspringer die Bronzemedaille im Turmspringen gewonnen. Kein Kind von Traurigkeit, ging er eine Wette mit einem Mannschaftskameraden ein, kletterte nach seinen Wettkämpfen einen fünf Meter hohen Fahnenmast hinauf und entwendete eine olympische Flagge.

Er nahm sie als Andenken mit nach Hause. Nachdem er 1996 bei den Spielen in Atlanta als 100-Jähriger am olympischen Fackellauf teilgenommen hatte, gestand er im Jahr darauf einem Reporter seinen Fehlgriff von Antwerpen. Die Fahne lag noch immer in dem Koffer, den er 1920 mit nach Hause gebracht hatte. Nun rückte Prieste, der sich beruflich vielseitig als Unterhaltungskünstler, professioneller Wasserspringer, Schauspieler in Statistenrollen und Stuntman betätigt hatte und in Eisrevuen sowie im Zirkus als Akrobat auftrat, erst recht in den Blickpunkt. Groß inszeniert wurde seine Reise zu den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. Dort gab er dem IOC mit humorigen Bemerkungen das vor langer Zeit entwendete Stück zurück, das später im Olympischen Museum in Lausanne ausgestellt wurde. Hal Haig Prieste, wie er sich nannte, verstarb 2001.

 

 

In Antwerpen schlug 1920 die olympische Stunde für die Fahne mit den fünf Ringen. Es war ein denkwürdiger Moment, als sie bei der Eröffnungsfeier im Stadioninneren an einem hohen Mast flatterte. Beim Einmarsch der Mannschaft Schwedens ist auf dieser Postkarte, die Leichtathleten des Teams nach Hause schickten, auch eine Olympia-Fahne an der Stadionbegrenzung links vom Turm zu sehen.

Der gutgelaunte 103-jährige Hal Haig Prieste zeigte 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney die Flagge, die er 80 Jahre vorher aus Antwerpen mitnahm. Ende gut, alles gut – das Stück fand mit dem IOC wieder seinen rechtmäßigen Besitzer. Dazu ein Autogramm des Olympiadritten von 1920

Victor Boin leistete als Erster den Schwur

Der Olympische Eid erlebte 1920 ebenfalls seine Premiere. Dessen Vorgeschichte reicht weit zurück. Schon bei der olympischen Gründungsfeier 1894 an der Pariser Sorbonne sollte thematisiert werden, wie mit Athleten zu verfahren sie, die die Regeln missachtet hatten. Dabei ging es vorrangig um die Amateurbestimmungen. Der Ausschluss von den Wettkämpfen bot sich an, aber Coubertin ging es um mehr, als die Sünder zu bestrafen. Ihm schwebte ein Athlet vor, dessen Denken und Handeln darauf ausgerichtet ist, die Regeln von vornherein zu akzeptieren und darüber hinaus den sportlichen Rivalen zu achten und zu respektieren. Die Bemühungen, die Wettkämpfer bei der Ehre zu packen und ihnen ein Gelöbnis abzunehmen, fanden zunächst kaum Gehör.

Bis sich die Lage dramatisch änderte unmittelbar nach den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm, als eine in den USA hochgespielte Affäre um den herausragenden Leichtathletik-Mehrkämpfer Jim Thorpe nach Europa drang. Dem Stockholm-Doppelsieger im Fünf- und Zehnkampf war angelastet worden, dass er vor den Spielen für die Teilnahme an einem Baseballspiel in den USA einige Dollar angenommen und die Amateurregeln verletzt hatte. Für das, was an amerikanischen Universitäten üblich war, forderten im Falle Thorpes die Hüter des Amateurismus eine lebenslange Disqualifikation. Thorpe, ein Indianer vom Stamm der Sac and Fox, musste seine beiden Goldmedaillen und Wanderpreise zurückgeben. Das IOC erkannte Thorpes Siege offiziell ab und beschloss auf dem Kongress 1914 in Paris, den Olympischen Eid einzuführen. Durch den Wegfall der Olympischen Spiele 1916 wegen des Ersten Weltkrieges ließ die Verwirklichung bis 1920 auf sich warten.

Die Ehre, das Gelöbnis für alle Athleten auf die Fahne zu leisten, wurde in Antwerpen dem belgischen Fechter, Schwimmer und Wasserballspieler Victor Boin zuteil, einem Sportsmann mit reichlicher olympischer Erfahrung. Bei der Eröffnungsfeier am 14. August 1920, bei der er zunächst Belgiens Mannschaft als Fahnenträger ins Stadion führte, stand er in Fechterkleidung auf einem Podest, ergriff mit der linken Hand die Fahne seines Heimatlandes und sprach die Eidesformel: ,,Im Namen aller Teilnehmer an den Olympischen Spielen verspreche ich, dass wir uns als loyale Wettkämpfer erweisen, die Regeln achten und teilnehmen im ritterlichen Geiste zur Ehre unserer Länder und zum Ruhme des Sports.“

Schon 1908 in London nahm Victor Boin an Olympischen Spielen teil, gewann mit Belgiens Wasserball-Team die Silbermedaille und schied im Schwimmen im Vorlauf über 100 Meter Freistil aus. Vier Jahre später in Stockholm erkämpfte er die Bronzemedaille im Wasserball und wurde Vierter im Degenfechten. In Antwerpen konzentrierte sich der 34-Jährige auf die Fechtplanche. Mit Belgiens Degenmannschaft schaffte er es als Zweitplatzierter ein weiteres Mal auf das Siegerpodest.

Victor Boin war ein sportliches Multitalent. Er betätigte sich als Eisschnellläufer, Eishockeyspieler, bestritt Motorradrennen und war Flieger. Dass er bereits 1903 als 17-Jähriger den ersten belgischen Eishockey-Club gründete und dessen erster Präsident wurde, konnte als Fingerzeig dienen, dass sich Boin auch zum Sportfunktionär eignete. 1924 gehörte er zu den Gründern der internationalen Sportjournalisten-Vereinigung, wurde deren erster Vizepräsident und übernahm von 1932 bis 1956 die Präsidentschaft der Association Internationale de la Presse Sportive (AIPS).

Eine Marke aus Mail von 1994 hält die Szene fest, in der Victor Boin in Antwerpen als Erster den Olympischen Eid sprach. Mit verewigt ist Pierre de Coubertin, der Vater des Gelöbnisses. Boin leistete den Schwur auf die belgische Landesfahne. Seit 1984 geschieht das auf die Olympische Flagge mit den fünf farbigen Ringen.

Ein Jahrzehnt lang, von 1955 bis 1965, stand Victor Boin dem Nationalen Olympischen Komitees Belgiens als Präsident vor. In dieser Eigenschaft schrieb Boin, der 1974 verstarb, die abgebildete Postkarte.

Auftakt mit Eiskunstlauf und Eishockey

Die Gastgeber brachten es sogar fertig, für die Eislaufwettkämpfe und das Eishockey, mit denen im April 1920 die Spiele der VII. Olympiade begannen, einen Eispalast zu bauen. Kanada, das Mutterland des Eishockeys, sicherte sich den ersten Olympiasieg in dieser Sportart. Deutschland war zwar von den Spielen in Antwerpen ausgeschlossen worden, dennoch gab es eine Siegerin deutscher Herkunft. Die am 25. Juli 1884 in Potsdam geborene Ludowika Eilers gewann als inzwischen verheiratete Frau Jakobsson mit ihrem aus Helsinki stammenden Ehemann Walter Jakobsson die Goldmedaille im Paar-Eiskunstlauf für Finnland.

Kennengelernt hatten sich beide 1907, als Walter Jakobsson in Berlin Ingenieurwesen studierte. Er wurde ihr Eislaufpartner. Ihre Weltmeistertitel von 1910 und 1911 werden vom Internationalen Eislaufverband sowohl Finnland als auch Deutschland angerechnet. Nach der Hochzeit 1911 gewannen sie als finnisches Paar noch 1914 und 1923 WM-Gold. Bei den Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix errang das Paar die Silbermedaille. 1916 waren die Eheleute von Berlin nach Helsinki umgezogen und gehörten dem Helsingfors Skridskoklubb an. Walter Jakobsson,  mit 38 Jahren der bisher älteste Eiskunstlauf-Olympiasieger, verfolgte in Antwerpen das Eiskunstlaufen auch aus anderer Perspektive. Der Finne wurde als Preisrichter im Herren-Wettbewerb eingesetzt, den Gillis Grafström (Schweden) gewann wie danach noch 1924 und 1928. Ludowika Antje Margareta Jakobsson, wie die Olympiasiegerin mit vollem Namen hieß, verstarb 1968 in Helsinki.

Ein Paar auf dem Eis und im Leben: Ludowika und Walter Jakobsson, dazu die Unterschriften der Olympiasieger

Genialer Zielsprung und Geburt eines Lauf-Idols

Bühne frei hieß es für einige amerikanische Sunnyboys, voran der Kurzstreckenläufer Charles Paddock, der schon bei den Interalliierten Spielen im Jahr zuvor in Paris mit zwei Siegen auf sich aufmerksam gemacht hatte. Seine Beliebtheit war neben seinem unbekümmerten Auftreten auf eine Eigenheit zurückzuführen, der er viele Erfolge verdankte. Er erfand den Zielsprung und führte diesen meisterhaft im Endlauf über 100 Meter vor, den er vor seinem Landsmann Morris Kirksey gewann. Paddock siegte außerdem mit der 4×100-Meter-Staffel für die USA und wurde Zweiter über 200 Meter. Die Silbermedaille gewann er auf dieser Strecke auch bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris. 1921 gelangen ihm in einem Rennen gleich zwei Weltrekorde. Er durchlief die 100 Yards in 9 3/5 und 100 Meter in 10 2/5 Sekunden in der damals noch angewendeten Messung nach Fünftelsekunden. Fortan galt er als ,,schnellster Mensch der Welt“ und verkörperte diese Rolle in dem 1925 aufgeführten Film „Nine and Three-Fifths Seconds“. Der Doktor der Philosophie wurde Manager mehrerer Zeitungen in Kalifornien. Im Ersten Weltkrieg diente er als Artillerie-Leutnant. Während des Zweiten Weltkrieges war er Hauptmann bei der Navy. Paddock verunglückte am  21. Juli 1943 mit dem Marine-Kommandeur für den Pazifikraum, Generalmajor William P. Ushur, bei einem Flugzeugabsturz in Alaska tödlich.

In Antwerpen drängten die Skandinavier nach vorn. Finnland, das erst 1917 ein selbständiger Staat wurde, trat erstmals mit eigener Flagge an und gewann 15 Goldmedaillen, 10 mal Silber und 9 mal Bronze. Schwedens Ausbeute (19/21/25) war noch größer. Nur die USA (41/27/27) schoben sich davor. Der geschundene Gastgeber Belgien (16/12/14) brachte es ebenfalls auf eine stolze Bilanz.

Die Leichtathletik erlebte die Geburt eines Idols, des Finnen Paavo Nurmi. Er  gewann seine ersten drei olympischen Goldmedaillen – über 10 000 Meter und im 10-Kilometer-Geländelauf im Einzel und der Mannschaft, denen er 1924 und 1928 noch sechs weitere folgen ließ. Dass für ihn in Antwerpen nicht der vierte Olympiasieg heraussprang, lag an seiner taktischen Unerfahrenheit. Der 23-jährige Nurmi unterlag über 5 000 Meter dem Franzosen Joseph Guillemot, einem außergewöhnlichen Athleten. Dieser hatte 1918 als Soldat bei einem deutschen Gasangriff eine schwere Vergiftung erlitten, die ihm sein ganzes Leben lang zu schaffen machte. Bei den Untersuchungen stellten die Ärzte außerdem fest, dass Guillemot sein Herz statt links auf der rechten Seite schlug.

Charles Paddock schickte diese Karte aus der Olympiastadt vier Tage  vor dem 100-Meter-Endlauf und bezog sich auf die Wettkämpfe. Die Postkarte wurde mit dem olympischen Maschinenwerbestempel Antwerpen 6 am 12. August 1920 entwertet.

Paavo Nurmi setzte seinen Namenszug auf eine belgische Olympia-Souvenirpostkarte, die zu einer Serie von sechs Karten gehört und von dem belgischen Künstler G. Verelst entworfen wurde. Den Finnen ehrten mehrere Länder mit Briefmarken, darunter 1957 die Dominikanische Republik.

Einmaliges Doppel von ,,Eddie" Eagan

Etwas Einmaliges nahm auch für Edward ,,Eddie“ Eagan aus den USA seinen Anfang. Die Vollendung  erfolgte zwölf Jahre später. In Antwerpen gewann er als Boxer die Goldmedaille im Halbschwergewicht. 1932 bei den Winterspielen in Lake Placid saß er in dem von William Fiske gesteuerten siegreichen US-Viererbob. Eagan ist der einzige Athlet, der bei Sommer- und Winterspielen Olympiasieger wurde.  Beruflich brachte es Eagan zum Rechtsanwalt und er stieg in der Armee zum Dienstgrad eines Obersten auf.

In Antwerpen fiel, was den Umständen geschuldet war, die Präsenz des Militärischen im Sportschießen, im Reiten und Modernen Fünfkampf auf. Überall Uniformen, jede Menge Soldaten. Nicht weniger als 21 Olympiasieger gab es im Schießen, dazu noch zehn im Bogenschießen. Kein Wunder, das mit dem US-Amerikaner Willis Augustus Lee ein Schütze der erfolgreichste Teilnehmer der Spiele wurde mit fünf Goldmedaillen und je einmal Silber und Bronze. Fechter Neno Nadi aus Italien stand ihm mit fünf Siegen in fünf Wettbewerben kaum nach.

Im Rudern stand der US-Amerikaner John Brenden Kelly Sr. im Mittelpunkt. Vor Antwerpen wollte er an der berühmten Henley-Regatta auf der Themse teilnehmen, was ihm aber von den Briten wegen angeblichen Verstoßes gegen das Amateurstatut untersagt wurde. Die englischen Gentlemen-Ruderer sahen auf den gelernten Maurer als einen ,,Handarbeiter“ herab, der in ihren Kreisen nichts zu suchen hatte. So gewann der einheimische Jack Beresford das Rennen und damit den begehrten Ehrenpreis, die Diamond Sculls. Im Endlauf von Antwerpen traf Kelly auf Beresford und bezwang ihn. Das Einer-Rennen am 29. August war um 15.30 Uhr angesetzt. Nur eine Stunde später saß der Olympiasieger schon wieder im Boot, dieses Mal im Doppelzweier mit seinem Cousin Paul Vincent Costello. Die Amerikaner fuhren den Sieg mit einem Vorsprung von zehn Sekunden auf Italien heraus.

Costello stand im Schatten von Kelly. Das hindert ihn nicht an einer großen Ruder-Karriere. Er gewann im Doppelzweier noch zwei weitere olympische Goldmedaillen:  1924 in Paris – erneut mit Kelly – und 1928 in Amsterdam.

Kellys Familie sollte Jahrzehnte später noch größer in den Schlagzeilen stehen. Olympiasieger-Sohn John B. Kelly Jr. gewann nicht nur 1956 in Melbourne als Ruderer eine olympische Bronzemedaille. Er schaffte auch, was seinem Vater versagt blieb: zwei Siege bei der Henley-Regatta samt der Diamond Sculls als Ehrenpreise. Für noch mehr Aufsehen sorgte seine Schwester, die Filmschauspielerin Grace Patricia Kelly, als sie 1956 den Monaco-Fürsten Rainier III. heiratete und 1982 bei einem Autounfall im Fürstentum ihr Leben verlor. Die olympische Linie hält deren Sohn Albert II. aufrecht, der seit 2005 regierende Fürst von Monaco. Nicht nur, dass das Oberhaupt der Familie Grimaldi vor der Thronbesteigung als Bobpilot zwischen 1988 und 2002 fünf Mal an Olympischen Winterspielen teilnahm,  er wurde 1985 auch Mitglied des IOC wie zuvor sein Vater.

Ersttagsbrief aus den USA mit einem Markenmotiv von Edward Eagan und handschriftliche Postkarte vom Olympiasieger im Boxen und Bobfahren

Foto und Unterschrift von Paul Vincent Costello aus den USA, dem als erstem Ruderer ein dreimaliger Olympiasieg in derselben Bootsklasse gelang.

Hohe Preise für Tickets und Marken

Mit insgesamt 349 689 Besuchern hielt sich das Interesse am Olympiageschehen in Grenzen. Das hatte nachvollziehbare Gründe. Denn das Zuschauen war in Antwerpen ungewöhnlich teuer. Der Eintritt für die billigsten Plätze im Olympiastadion belief sich bei den Leichtathletik-Wettkämpfen auf drei Francs, die ungefähr zwölf Mark entsprachen.

Erstmals nach der Sonderserie Griechenlands zu den Spielen 1906 in Athen erfolgte am 20. Mai 1920 nach einer Pause von 14 Jahren wieder die Herausgabe olympischer Briefmarken. Der Verkauf der Wohltätigkeitsausgabe von drei Werten verlief schleppend, was offenbar an dem Zuschlag von fünf Centimes lag, der den Kriegsinvaliden zu Gute kommen sollte.

Die frühe Olympia-Philatelie wurde ausschließlich von antiken Darstellungen geprägt. Belgien orientierte sich dabei an den griechischen Emissionen von 1896 und 1906. Die drei Marken weisen als Motive einen Diskuswerfer, ein römisches Vierergespann und einen Läufer auf. Die Wertzeichen waren bis zum 14. Januar 1921 postgültig. Wegen der hohen Vorräte entschloss sich die Postverwaltung nach der Gebührenveränderung vom 1. November 1921, am 5. März 1921 den Satz als Aushilfsausgabe mit dem neuen Wertaufdruck 20 Centimes herauszugeben. So kam es, dass die olympischen Marken bis zum 30. April 1931 verklebt werden konnten.

Die American Bank Note Co. in New York übernahm die Herstellung der Serie. Deren höchster Wert von 15 Centimes, ein Läufer, der beim Erreichen des Zieles triumphierend den linken Arm hoch reißt, existiert als Probedruck auf weißem Büttenkarton. Die Marke ist auf dünnem weißen Papier versenkt. Auf dem Proof – ein Unikat – befinden sich mehrere Genehmigungsvermerke und administrative Unterschriften. Es handelt sich um ein Unikat.

Die hohe Auflage für die drei Werte, die in Bögen zu 100 Stück gedruckt wurden, betrug zwischen acht und neun Millionen Exemplare. Die Verkäufe nahmen sich hingegen bescheiden aus und beliefen auf 134 524 (Diskuswerfer), 472 393 (Quadriga) und 406 655 (Läufer) Marken.

Als eine philatelistische Besonderheit existierte ein Sonder-Einschreibezettel mit dem eingedruckten Zusatz ,,Antwerpen – Anvers VII Olympiade“. Einer dieser R-Briefe, entwertet mit dem olympischen Hand-Sonderstempel, wurde am 11. September 1920 verschickt. An diesem Tag fielen in Antwerpen die Entscheidungen in der Reiterdisziplin Voltigieren im Einzel- und Mannschafts-Wettbewerb. Das Turnen am lebenden Pferd gehörte zum ersten und gleichzeitig letzten Mal zum olympischen Programm. Der Brief ist an eine Adresse im Olympiastadion gerichtet und enthält den Vermerk  postlagernd. Vielleicht sollte die Sendung einen Mitarbeiter des Organisationskomitees erreichen, das im Stadion einige Räume nutzte.

 

Belgiens Olympia-Sonderserie vom Erscheinungstag 20. Mai 1920 als zusätzliche Frankatur auf einem Einschreibebrief in die USA. Entsprechend der Bestimmungen des Weltpostvereins durften Auslandssendungen zu diesem Zeitpunkt nicht mit Zuschlagsmarken freigemacht werden, die daher keine postalische Gültigkeit besaßen. Dennoch ist der Brief korrekt behandelt worden durch die Frankatur von 50 Centimes mittels Marken von Belgiens König Albert I., die ihn in Kriegsausrüstung mit Stahlhelm zeigen. Je 25 Centimes betrugen die Auslandsgebühr und die Kosten für ein Einschreiben.

Probedruck des Läufer-Wertes in der endgültigen Version mit Vermerk ,,For Approval” als Freigabe für den Druck der Marke

Orts-Einschreibebrief mit dem Sonder-R-Zettel Nummer 288

IOC-Präsident Coubertin ist hochzufrieden

Die Spiele gingen ohne den IOC-Präsidenten zu Ende. Aus Antwerpen schrieb Coubertin auf offiziellem Briefpapier des IOC einen mit 2. September 1920 datierten  emotionalen Brief an einen Freund, den er in der Rue Kipdorp 96 verfasste. ,,Der triumphale Erfolg der VII. Olympiade hat jede Erwartung übertroffen“, heißt es darin. ,,Die Spiele werden erst am 12. September durch eine grandiose Zeremonie beendet, aber ich werde diesen Schluss nicht abwarten, um den verabredeten Artikel zu schreiben. Ich werde ihn Ihnen in wenigen Tagen schicken.“

Coubertin hatte in Antwerpen genug gesehen, um zu wissen, dass die Olympischen Spiele trotz aller Schwierigkeiten wieder einen vielversprechenden Weg einschlugen.

Zweiseitiger handschriftlicher Brief von IOC-Präsident Coubertin, den er während der Spiele in Antwerpen schrieb.
Illustrationen: Sammlungen Rüdiger Fritz und Dr. Christian Kunz

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